„Dilatato corde!“
„Mit der Weite des Herzens“
Regel des Heiligen Benedikt, Prolog 49
Curriculum Vitae
Stefan Jagoschütz, Mag. theol.
- geboren am 6. Oktober 1963 in Andau im Burgenland
- Eltern Maria (+1998) und Stefan
- zwei Geschwister
- Volks- und Hauptschule in Andau
- Aufbaugymnasium in Horn (Matura 1984)
- Oktober 1984 Eintritt in die Benediktinerabtei St. Lambrecht
- 1985 Erste Profess
- 1985 – 1991 Studium der Theologie an der Paris-Lodron-Universität, Salzburg
- 1988 Feierliche Profess
- 26. Dezember 1990 Diakonenweihe durch Bischof Johann Weber (+23. Mai 2020)
- 28. Juni 1991 Priesterweihe durch Bischof Maximilian Aichern OSB (+31. Jänner 2026)
- Kaplan in St. Lambrecht 1992-1995
- Provisor von St. Lambrecht 1995-1997
- Pfarrer in St. Lambrecht ab 1. April 1997
- Novizen- und Klerikermagister 1998 – 2006
- Pfarrer in Mariahof (2000-2004)
- Pfarrer in Greith b. Neumarkt (2000-2004)
- Pfarrer in Perchau am Sattel (2000-2002)
- Pfarrer in St. Lambrecht und Mariahof (2004-2009)
- Pfarrer in St. Lambrecht (2009-2013)
- Führungskräftelehrgang 2010-2011
- Universitätskurs für Pastoralpsychologie an der Karl-Franzens-Universität Graz 2012-2014
- 2013-2014 Mitargeiter in der Pfarre Dornbach, ED Wien
- Indult zum Verlassen der Benediktinerabtei St. Lambrecht 3. Jänner 2017
- 2014 – 2016 Auszeit in der ED Freiburg im Breisgau
- Domkurat in Wien St. Stephan und Aushilfsseelsorger im Pfarrverband „Oberes Schmidatal“ 1.9.2016-31.8.2026
- Pfarrvikar der Pfarre Aspern, Wien 22., 1.9.2026
Seit meinen Kindertagen bin ich in unserer Kirche „beheimatet“. Weshalb es schon sehr früh mein Wunsch war, Priester zu werden. Diesen Weg bin ich konsequent gegangen. Ich kannte auch nichts anderes. Die Entscheidung, in ein Kloster einzutreten, ist er viel später in mir gereift. Kurz vor der Matura. Ausschlaggebend war eine Begegnung mit dem Konvent von St. Lambrecht. 1984 habe ich mich dann entschlossen, dort einzutreten. Es war auch mein Wunsch, dass es so bleibt – bis an mein Lebensende. Aber es kommt immer wieder anders als man denkt und plant. So habe ich mir ab 2013 eine sogenannte „Auszeit“ erbeten, die mir auch gewährt worden ist. In dieser Zeit war ich für ein Jahr schon in Wien, in der Pfarre Dornbach, im 17. Wiener Gemeindebezirk. Anschließend, da ich mir meines Weges nicht mehr sicher und in Überlegungen war, mein „Priestersein“ ganz aufzugeben, habe ich Wien verlassen. Für zwei Jahre war ich als Trauerredner in Freiburg im Breisgau tätig. Das „Heimweh“ war dann doch stärker, auch die Sehnsucht, weiterhin priesterlich tätig sein zu dürfen, hat mich wieder nach Wien zurückgeführt.
Ich bin sehr gerne Priester und Seelsorger. Für Menschen da zu sein, sie zu begleiten und ihnen in den verschiedensten Situationen ihres Lebens beizustehen, erfüllt mich mit Freude. Es gehört zum Schönsten, aber auch zum Schwierigsten und Herausforderndsten im Leben eines Priesters.
Ich bin aber keiner, der auf alles und jedes eine Antwort oder einen Rat hat. Deshalb halte ich es mit den Worten des Dichters Rainer Maria Rilke, der in einem Brief an einen jungen Dichter folgendes geschrieben hat: „Und ich möchte Sie, so gut ich es kann, bitten, lieber Herr, Geduld zu haben gegen alles Ungelöste in Ihrem Herzen und zu versuchen, die Fragen selbst liebzuhaben wie verschlossene Stuben und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind. Forschen Sie jetzt nicht nach den Antworten, die Ihnen nicht gegeben werden können, weil Sie sie nicht leben könnten. Und es handelt sich darum, alles zu leben. Leben Sie jetzt die Fragen. Vielleicht leben Sie dann allmählich, ohne es zu merken, eines fernen Tages in die Antwort hinein.”
Das wünsche ich uns allen: Geduld zu haben. Und auf der Suche zu bleiben. Nicht stehen zu bleiben, auch wenn man müde ist und einem vieles sinnlos erschein und man keinen Ausweg weiß, es wird sich ein Weg auftun, was ich aus meinem eigenen Leben sagen kann. Immer wieder habe ich mich – bis heute – mit dem Thema „Suizid“ beschäftigt. Es hat mich als langjähriger Pfarrer stets betroffen gemacht, wenn junge oder ältere Menschen für sich keinen Ausweg mehr gesehen und ihrem Leben selbst ein Ende gesetzt haben. In meiner Ausbildung an der Universität Graz habe ich für meine Zertifikatsarbeit dies auch zum Thema gemacht.
Zertifikatsarbeit an der Universität Graz